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Literaturauszeichnungen unserer Mitglieder ab 2005


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Mechthild Bordt-Haakshorst

(3. Lyrikpreis, Herbst 2008, Esslingen)
Tatsache des Verlustes Es ist Juli der Atem schlägt um So könnte es sein wenn die Zeit entweicht kein Gedicht mehr kommt ich ohne einen Kuss losgehe die Haut den Geruch zusammenfaltet das Auge deinen Körper nicht mehr umarmt der Blick in kein Buch mehr schreibt sich einschließt der Mut keine Geschichte wird ein fremder Morgen aufsteht ohne uns fortgeht Die Zeit schaut sich nicht nach mir um wenn sie geht
                         
		

Rosemarie Bühler

2. Lyrikpreis beim 1. Kempener Literaturwettbewerb 2007
Wortschöpfung mein Körper ist müde mein Kopf will nicht ruhen er leidet an Zwang zum Wortgesang im gläsernen Dunkel klirren die Wörter und schwirren umher zersplittern am Rand der Wirklichkeit formieren sich neu und kommen daher in andrem Gewand verlangen nach Schrift und Zusammenhang weben sich ein in Teppich und Band schieben sich dann im Buchstabenkleid langsam und still am Aug mir vorbei ich schwimme in Wörtern sie halten mich fest und klammern an mir und reißen mich mit sie schütten sich aus in Schwall und Kaskade ein Satz will werden ich schaue ihm zu von selbst vollendet er Sinn und Gestalt ich staune hör auf! sag ich ins Dunkel zu meinem Kopf gib Ruh! ich will schlafen
                         
		

Sven- André Dreyer

Haiku - Wettbewerb, Düsseldorf 2011 im Rahmen der Japan Woche, - 150 Jahre Freundschaft Deutschland – Japan - Preisverleihung deutschsprachiger Haiku
Händchen in Händchen, der Sommerstrom glitzert blau. Zwei Kinder am Fluß
                         
		

Uwe Erwin Engelmann

Inge-Czernik-Förderpreis für Lyrik, 1.Preis 2009
Sprachheimat Denn Heimat blieb mir Nur die Sprache Zwischen Wünschen und Tasten Solchem und Jenem Zwischen Heute und Morgen und Hier Drüben und Dort Zwischen Schreiben und Schweigen Stehe ich und hoffe bleiben zu können in ihr mit ihr meiner Sprache
                         
		

"Fö-Bang" (SukBoon Kim)

2008 erhielt die Künstlerin die besondere Auszeichnung der Peace Fine Arts Association mit dem Kalligraphie-Preis, der sie als Meisterin ihrer Kunst auszeichnet.
                         
		

Jutta Kieber

Ausgezeichnete des ersten FDA-Literaturpreises 2005, verliehen auf der Leipziger Buchmesse am 19.3.2005 für Kurzgeschichte „Generalprobe“, erschienen in der Anthologie „Fortgesetzter Versuch einen Anfang zu finden“ im SALONLiteraturVERLAG München. Die Anthologie zum FDA-Literaturpreis 2005 stellt die besten Beiträge aus 1823 anonym eingesandten Texten vor. Es entstand ein ebenso vielsagender wie interessanter Abriss über die Seelenlage der deutschen Nation und ihrer Autorinnen und Autoren.
                         
		

Marianne Kuhlmann

1.(6. Wolfgang A. Windecker Lyrikpreis - 2009, dotierter 3. Platz)
Im Zeichen des Hundes (1990 Ausbruch des Balkan-Krieges im Vincent van Gogh-Jahr) Eine Kreissäge zerschneidet den Hochsommertag platzsatt steht das Weizenfeld im Widerspruch zu der hungrigen Sonne van Goghs oh diese Hundstage brandschatzend zieht die Meute über das Land mohnrot fackelt Farbe auf dem Gerippe der Gräser Grillengezirpe fällt wie Metallspäne durch die gebleichten Schatten der Pappelbäume während Knochenmehl das Stundenglas füllt dreht sich die Erde gezeichnet (eines der 6 eingereichten Gedichte) 2. Haiku - Wettbewerb, Düsseldorf 2011 im Rahmen der Japan Woche, - 150 Jahre Freundschaft Deutschland – Japan - Preisverleihung deutschsprachiger Haiku Verschleiert die Welt Perlen schmücken die Gräser Septemberliebe
                         
		

Michaela Schröder

1. Preis Lyrik, FDA - Wettbewerb "Kleist und Ich" Freier deutscher Autorenverband (FDA), Bundesverband
Ich, Penthesilea Auch ich bin Penthesilea. Kriegerin. Königin. Schlummern jungfräulich in mir. Komm, lege dich zu Füßen hier – Denn die Gefühle dieser Brust, o Jüngling, Wie Hände sind sie, und sie streicheln dich. Begehren dich. Schön bist du gleich einem jungen Reh ist dein mein Leib. Komm, Gejagter, jage mich wie die Hinde auf dem Feld flieh hin, mein Freund, über die Berge. Gefühle Hände und sie streicheln dich. Morgens Dusche, Haarföhn, Wimperntusche. Parkplatzsuche. Selbstmanagement emotional Selbstkontrolle. Gepflegt. Gebenedeit. Unter den Weibern. Seist du, Heilige. Karies und Parodontose in Ursache und Wirkung erklärst du geduldig vor einem Eisgeschäft deinem Dreijährigen. Es heißt, dein Sohn wolle dich schleifen hinter seinem Streitwagen dreimal um die Stadt. Jaja, sagst du. Lächelst sanft. Ich erlege dein Kind mit Pfeil und Bogen. Nur so, damit die Wirklichkeit dich trifft. Penthesilea, meinst du, bist du nicht? Würdest nicht mich ob dieser Tat, den Vater des Kindes nicht, will er dich verlassen, eine andere begehren, mit Wölfen, Hund und Zahn zerfleischen? Können? Ha! Sein Geweih verrät den Hirsch, würde nie über deine Lippen kommen? Ach, geh... Zwischen Krawatte und Turnschuhen suche ich nach dir, Achill. Denn ich bin Penthesilea! Mit dem Handrücken habe ich die Wimperntusche über mein Gesicht gewischt Kriegerin mit dir bin ich. 1 In der Unterwelt, ich weiß. Dort nur finden wir uns. Im Untergrund, nicht in der Untergrundbahn, leben wir nahe Troja. Jage mich, Gefangener, jage mich, mit Rosen schmücke ich dich. Sobald sie reif sind, Liebster, pflückst du sie. Und sprichst sie doch, die falschen Worte: Bist mir zu Füßen, Treffliche, gesunken. Nicht ich dir. Du sprichst, Achill, als wär ich Gretchen. Und dann, Achill, schweigst du zu viel. Über deinen Sinneswandel. Genau wie jene in Geschäftsbüros. Was soll ich glauben, wenn du zu mir kommst? Was muss ich glauben! Sage doch! Nur zum Schein mit einem Spieß dich arglos ausgerüstet Denkst du, dass ich das denke, Stutzt du, und drehst den schlanken Hals, und horchst, gleich einem Reh. Und siehst dich schüchtern um. Und trotzdem, Geliebter, verstehst du mich! Rührst meine sanfte Wange an. Den Pfeil in dir, rührst du sie an. Krieger sind wir, königlich. Denn nackt wie das Wild wollen wir rennen, den Flusslauf entlang, den Bogen gespannt, und stürzen in Büschen übereinander, und dringen in Wäldern, an Seen ineinander dringen voran, steigen bergan, wenn der Tau in den Wiesen nässt unsern Schoß. Rufst DU nicht den Pizzaservice. Darum suche ich nach dir! Zeige dich! Ich bin´s! Ich, Penthesilea.
                         
		

Ellinor Wohlfeil

Am 14. November 2007 wurde Ellinor Wohlfeil vom Freundeskreis Düsseldorfer Buch '75 e.V. für ihr literarisches Gesamtwerk der Literaturpreis verliehen Siegfried Jahnke sagte in seiner Laudatio: „Durch einstimmigen Beschluss des Vorstandes erhält eine Autorin diesen Preis, deren Prosaerzählungen und Romane sich durch einen heute selten gewordenen Stil und eine Sprache auszeichnen, die sich in so herausragender Weise von anderen, dem Zeitgeist geopferten Arbeiten abhebt. … Alles, was Ellinor Wohlfeil geschrieben hat, ist so dicht und gekonnt geschildert, dass es außer Zweifel steht: Ellinor Wohlfeil wird einen bleibenden Platz in der deutschsprachigen Literatur über die Gegenwart hinaus einnehmen.“
                         
		

Andreas Züll

"Diploma di meriti" beim XI Concoro Internationale di Poesie (Benevento/Italien), 2007 halleluja für pfarrer philipp cuck, schleiden ich hörte einst da ist ein ort wo’s leben ist und wünscht mich fort doch fand ich nicht das heil’ge dort doch wispert’s in mir leise halleluja es war als wär das leben dort ich suchte lang nach diesem ort und fand doch nicht ein liebes wort es flüstert in mir leise halleluja mensch du lebst dein leben fort und suchst und suchst den stillen ort doch bist dus selbst der schöpferhort sanft klingt’s in deinem herzen halleluja glaub daran und sprech ein wort es gibt ihn doch den guten ort und hört’s dein herz du gehst nie fort in deinem geiste singt es halleluja hörst du auch dies eine wort du bist zuhaus wünsch dich nicht fort vertrau darauf auf diesen ort es gibt nur eine heimat halleluja ich such nicht mehr frag nicht ein wort geborgen schon an jenem ort ziel und aufbruch liegen dort die antwort in mir klarer halleluja